LOOPS
∞ + 1 = ∞
Animationsfilm von Iby-Jolande
Varga
Musik von Stephen
Ferguson
LOOPS ∞ + 1 = ∞ – short information in English
AKTUELL: 2009 | 2010
Ausstellung Dokumentation Wiener MQ 2008

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Infos inklusive 5 Original-Stills
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Trailer jetzt auch in HD, mit 2 Making-Of Videos
FILM
Animationsfilm von Iby-Jolande Varga
2007, High-Res(2K) Digital Produktion, Farbe, 10'
Idee, Objekte, Drehbuch, Animation, Trickkamera, Schnitt: Iby-Jolande
Varga
MUSIK
komponiert und gespielt von Stephen Ferguson
ONLINE-PRODUKTIONS-TAGEBUCH
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DIASHOW
MIT BILDERN AUS DEM TRICKTISCH
Dies sind noch keine Stills aus dem Film, vielmehr für Dokumentationszwecke
eigens gemachte Fotos.
Ab Flash 5, 1,1 Mb.
PREISE, STIPENDIEN, FÖRDERUNGEN
Filmförderungen Stadt Wien
ANIMATION
5 eigens dafür gestaltete plastische Bilder, die durch bewegliche
Teile animiert werden. Die Hintergrund-Bilder haben ebenfalls animierbare
Elemente.
ÜBER LOOPS
LOOPS
∞ + 1 = ∞
5 kinetische Andachtsbilder zum Lebensgefühl der Jahrtausendwende:
BIG BANG – RECYCLING CITY – WINDOW SHOPPING – VIRTUAL
PETS – CHANNEL HOPPING.
LOOPS ist inspiriert von Neologismen und von einer mathematischen Formel,
die das Einzelne dem Unendlichen entgegensetzt. Im Film ist es die größte
denkbare Schleife vom Entstehen bis zum Verschwinden unseres Universums,
die dem alltäglichen Leben des Menschen in der Zivilisation gegenübersteht.
Auf einer zweiten Ebene steht die Schleife zwischen der Welt und der Darstellung
und Wahrnehmung der Welt in den modernen Medien im Mittelpunkt: In ihnen
spiegeln sich Universum, Escheinungen der Zivilisation und die Menschen
selbst.
Gestalterisch ist LOOPS inspiriert von Andachtsbildern, die oft aufwendig,
kostbar und detailreich gearbeitet sind und das Auge mit einer dichten
allegorischen Welt beschäftigen, in welcher jedes Element der Idee
untergeordnet ist, aber ästhetisch auch autonom für sich spricht.
Die Musik von Stephen Ferguson nimmt in ihrer Dramaturgie den Faden des
Filmes auf, in einem Quasi-Klavierkonzert mit der opulenten Begleitung
einer über 100 Spuren umfassenden Klangkomposition.
ÜBER LOOPS - ÄLTERE TEXTE
„,5 kinetische Andachtsbilder zum Lebensgefühl der Jahrtausendwende‘–
betitelt mit 'Neologismen', die dieses Lebensgefühl symbolisieren:
BIG BANG – RECYCLING CITY – WINDOW SHOPPING – VIRTUAL
PETS – CHANNEL HOPPING. In komplexen und vielschichtigen handwerklichen
Prozessen sind diese animierbaren dreidimensionalen Bilder entstanden
und gefilmt. Die Musik von Stephen Ferguson nimmt in ihrer Dramaturgie
den Faden auf, in einem Quasi-Klavierkonzert mit der opulenten Begleitung
einer über 100 Spuren umfassenden Klangkomposition.
LOOPS - ÜBER DEN FILM
Unendlich plus eins ist unendlich. Diese mathematische Formel, in der
Schulzeit gelernt, hatte sofort eine tiefe, geradezu beunruhigende Wirkung
auf mich durch ihre offenbare, unmittelbare gleichsam philosophische Aussage:
Ist denn alles Einzelne, das wir sind und das unsere Welt ausmacht, nichts
angesichts der Unendlichkeit? Ist dieses Einzelne nicht im Gegenteil das
einzige, das, dieser Unendlichkeit entgegengesetzt, letztlich zählt?
Diese aus der Formel und dem eigenen Gefühl gespeiste Spannung inspirierte
mich zum Animationsfilm LOOPS.
Das Prinzip der Unendlichkeit wird im Film LOOPS durch die Endlosschleife
symbolisiert, beginnend mit der größten in der Gedankenwelt
der Zivilisation denkbaren, die mit dem BIG BANG beginnt und letztlich
auch in einem solchen endet. Zugleich suggeriert das „+ 1“
in der Formel die Frage, ob nicht bereits dieser Zyklus in Wahrheit ein
partikularer ist in einer unendlich weiter denkbaren Welt von LOOPS. Explizit
aber stehen hier Themen der Zivilisation als das Einzelne dem Unendlichen
gegenüber, speziell der Mensch, der in dieser in sich kreisenden
Unendlichkeit in seinen kleinen in sich kreisenden Kokons sitzt und sich
den BIG BANG „und alles andere“ in seinen kleinen Abbildungsmaschinen,
Fernsehern oder Computern ansieht. Die Reflexion der Welt im Bewußtsein
und in der Betrachtung des Menschen ergibt eine weitere, vertrackte Ebene
von Schleifen in diesem Film.
Die weiteren Themen von LOOPS kreisen folgerichtig auch um die Zivilisation,
in der diese Prozesse stattfinden. Die Zivilisation selbst hängt
in RECYCLING CITY der Utopie an, sich in einem gigantischen Kompostierungsprozeß
unendlich selbst erhalten und erneuern zu können, indem es gleichsam
Glas und Metall regnet, das zuvor in unendlichen Rinnsalen und Rohren
ausgespült wurde und das nie seine ästhetische Unversehrtheit
einbüßt. Auch sich selbst und seine Bilder sieht der Mensch
in dieser Kette immer wiederkehren.
Im Intermezzo WINDOW SHOPPING geht es um die Selbsterhaltung des Einzelnen
in dieser Zivilisation. Doch sind es weit größere Sehnsüchte,
die mit der Konsumwelt verbunden sind, weit jenseits der täglichen
Bedürfnisse, nach Geborgenheit in einem Schlaraffenland, in dem alles
verfügbar ist, im Trost im unversehrten Paradies der Warenwelt, in
das es einen aus den Lebenssorgen eskapistisch hineinzieht. Für diese
Sehnsüchte stehen überdimensionale Schaufensterpuppen, die in
einem abstrusen Tanz die einkaufende Kleinfamilie bezirzen. Für die
Welt der Waren stehen bunte Gemüsenetze, die sich füllen, Nahrung
versprechend, wie tausendbusige Göttinnen in der Antike.
Das Intermezzo VIRTUAL PETS ist nicht nur an virtuellen Haustieren inspiriert,
sondern an der realen Welt der geliebten Maschinen und Objekte, gleichsam
vom Plüschtier zum Auto, die mit geradezu animistischen Bedeutungen
aufgeladen, möglicherweise beim Wegsehen tatsächlich zu leben
beginnen und vielleicht in wilder Konkurrenz um die Gunst ihrer Schöpfer
einander auffressen, vielleicht aber auch, weil sie tatsächlich gefährlich
geworden sind. Wohl nicht zuletzt auch für ihre Schöpfer selbst.
CHANNEL HOPPING stellt nun eben die Welt der Weltabbildung ins Zentrum,
symbolisiert nur durch Köpfe, sodaß zuletzt auch die Weltreflexion
nochmals reflektiert wird.
Vermutlich kann man durch den Grad der Abstraktion der Bilder von LOOPS
auch andere Dinge in diesem Film finden oder sehen, doch ist dies die
Welt der Gedanken, die mich bewegt haben, ihn zu machen. Gewissermaßen
eine Fortsetzung von LOOPS wird tiefer ins Partikulare eindringen bis
zum Mikrokosmos. Eine detaillierte Beschreibung des Projekts ist mit dem
Arbeitstitel DOPPELFILM zu lesen.
HINTERGRUND
Inspiriert von lang gepflegten Ideensammlungen
zu Automaten - nicht Spiel- sondern Spielzeugautomaten, die, kostbar ausgestattet,
traditionell kleine Szenerien darstellten. Auslöser für die
konkrete Gestaltung ein Buch zur Technik der Klosterarbeit, die plastische
Elemente, kostbare Ausstattung und Hintergrundgestaltung verbindet, das
mir vor einigen Jahren in die Hände fiel. Frei stehende plastische
Objekte brauchen fürs Filmen eine Hintergrund-Lösung, daher
spielt der in die Idee integrierte Hintergrund eine große Rolle,
ein Element, das bei den Automaten-Ideen noch fehlte. Die Automaten-Idee
findet erst in einem künstlerischen Computerspiel, das gleichzeitig
im Entstehen begriffen ist und nichts mit LOOPS zu Tun hat, ein wirklich
adäquates Anwendungsgebiet.
PRODUKTION
Geprägt ist die Arbeit an LOOPS von der langwierigen Umstellung vom
16mm-Film auf eine in der technischen Qualität angemessen gleichwertige
High-Res-Computer-Animation, die nicht mit der Filmkamera, sondern mit
dem digitalen Fotoapparat gemacht wird. Ein Vergnügen bei dieser
Vorgangsweise ist die unmittelbare Kontrolle über jedes einzelne
Filmbild, Einstellungen können vor dem Dreh in Feinarbeit justiert
werden, da man nicht 1-2 Tage mit dem Warten auf die Muster verliert und
nicht mehr verzichtet auf Tests mit Lichtvarianten oder sogar auf mehrmalige
Durchläufe wie früher meist.
Weiters geprägt ist die Arbeit an LOOPS von Diskontinuität durch
eine große Fülle an Auftragsarbeiten und anderen, vor allem
in Teams vorangetriebenen Projekten, die fast durchwegs auch auf dieser
Website dokumentiert sind.“
TEXTCHEN
Diese kleinen Sätzchen waren der Ausgangspunkt für die 5 LOOPS
Bilder - auch wenn sie diese nun nicht beschreiben:
BIG BANG
„Sie glaubten, daß ihre Welt mit einem einzigen großen
Knall entstanden war...“
RECYCLING CITY
„Sie träumten, daß ihre Zivilisation in einem Kreislauf
immer wiederkehren möge, in einem gigantischen Kompostierungsprozeß“
WINDOW SHOPPING
„Sie bauten riesige Hallen für die Güter des täglichen
Gebrauchs und zelebrierten sie, indem sie sie immer wieder betrachteten“
VIRTUAL PETS
„Sie umgaben sich mit Spielzeug aus Plüsch und witzigen kleinen
Maschinen, um stets an die Wohltaten ihrer Zivilisation erinnert zu werden“
CHANNEL HOPPING
„Sie rasten auf ihrem Planeten durchs All und sahen sich die Welt
in einem kleinen Kästchen an.“
Iby-Jolande Varga 2008
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